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Presseartikel

Wochenblatt-Ausgabe 50/2014Gärtnern wie die Indios

Terra Preta gilt als Wundererde. Schon die Indios am Amazonas verbesserten mit Pflanzenkohle und organischem Material den Boden. Doch wirkt das Schwarzerde-Gemisch auch im Garten?

Einst verwandelten die Indios am Amazonas die unfruchtbaren Böden des Regenwaldes in Terra Preta, portugiesisch für „schwarze Erde“. Zutaten für die Indio-Erde sind Pflanzenkohle, organisches Material und Mikroorganismen. Was im Regenwald funktionierte, klappt auch in Westfalen. Vor allem sandige und saure Böden können von diesem Pflanzenkohle-Substrat profitieren.

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Quelle Textauszug und PDF: Landwirtschaftliches Wochenblatt Westfalen-Lippe, Ausgabe 50/2014


Tüftler aus Leidenschaft

Wilhelm Jäger nutzt sein Holz dreifach: Strom, Wärme und Pflanzenkohle

Wilhelm Jäger
In großen Fässern sammelt Wilhelm Jäger die
Pflanzenkohle und verkauft sie unter anderem
als Bodenverbesserer

Von Ludger Warnke
NOTTULN. Wilhelm Jäger hat in seinen Unterlagen ein altes Foto aus den 1940er-Jahren, auf dem ein Omnibus mit einem Holzvergaser zu sehen ist. Statt Diesel treibt Holzgas, das durch die Verbrennung von Holz gewonnen wird, den Motor an. Das Foto hat für den 73-jährigen Nottulner eine besondere Bedeutung, nicht nur weil sein Onkel Jans dort mit abgebildet ist. Es war für ihn vor vielen Jahren auch Ansporn, sich intensiver dem Thema zu widmen.

Jetzt, als Rentner, hat er sich in mehrjähriger Tüftelarbeit sein eigenes Blockheizkraftwerk gebaut, das er mit Holzhackschnitzeln betreibt. Und davon profitiert er dreifach: Mit dem entstehenden Holzgas treibt er einen Lkw-Motor für die Strom- und Wärmeerzeugung an. Aus den Holzhackschnitzeln, die zuerst unter Luftabschluss verkohlt werden (Pyrolyse) und erst dann in die Holzvergasung kommen, gewinnt er hochwertige Pflanzenkohle, die er als Zusatzmittel für die Tierhaltung und -fütterung und als Bodenverbesserer vermarktet. Mit wachsender Nachfrage.

„Holz ist viel zu wichtig, um es einfach nur zu verbrennen“, sieht Wilhelm Jäger auch den ökologischen Aspekt. Bis sein Holz-Blockheizkraftwerk reibungslos funktionierte, hatte Jäger viel zu tüfteln. Doch Tüfteln ist seine Leidenschaft. „Ich wäre gerne Elektriker oder Schlosser geworden“, erzählt er, doch stattdessen arbeitete er im elterlichen Geflügelbetrieb und absolvierte in späteren Jahren eine Ausbildung zum Reiseverkehrskaufmann. Als Tüftler blieb Wilhelm Jäger, der auch einige Jahre als selbstständiger Busunternehmer gearbeitet hat, dennoch weiter aktiv.

Anfang der 1960er-Jahre zum Beispiel kaufte er von der Firma Hagemeister einen alten Motor und baute ihn zu einem Stromgenerator um, weil zu damaliger Zeit der Wohnsitz der Familie am Vogelbusch noch nicht ausreichend stark mit Strom versorgt wurde. Und als es 1973 zur ersten Ölkrise kam, gewann er aus Hühnermist Gas. Unzählige Stunden hat Wilhelm Jäger an seinem Blockheizkraftwerk gearbeitet, hat sich übers Internet mit anderen Tüftlern und mit Experten für Holzgasanlagen ausgetauscht. Seit 2011 läuft die Anlage im Regelbetrieb, auch der Schornsteinfeger sei mit den Emissionen zufrieden, freut er sich.

Der Lkw-Motor aus Beständen der früheren DDR, der mit dem Holzgas betrieben wird, treibt zuverlässig den Stromgenerator an (Leistung 200 000 kWh pro Jahr) und erzeugtWärme für das Wohnhaus. Doch mehr noch ist Wilhelm Jäger auf seine Pflanzenkohle stolz, die aus den Holzhackschnitzeln entsteht und die er vermarktet. Aufgrund des Pyrolyse-Verfahrens für die Verkohlung und der hohen Temperaturen bei der Vergasung sei die Pflanzenkohle frei von Pilzen, Bakterien und Giftstoffen, betont der 73-Jährige. Ihre grobe Struktur und der in der Kohle enthaltene Kohlenstoff mache sie ideal als Bodenverbesserer im Acker- und Gartenbau.

Jäger erinnert an die „Schwarze Erde“ (Terra Preta) der Indios, mit der sie den Boden im Amazonasgebiet für den Ackerbau verbessert hätten. Pflanzenkohle sei wie ein Schwamm, erläutert Jäger. Werde sie mit Organismen und Nährstoffen aufgeladen, beispielsweise durch Vermischung mit Kompost, profitieren später die Pflanzen davon, die immer ausreichend versorgt werden. „Kohlenstoff im Boden sorgt für üppigen Pflanzenwuchs und reichhaltige Ernte“, fasst der  Nottulner zusammen, der auch für seine eigenen Pflanzen die Kohle nutzt. Da die Pflanzenkohle zudem Gerüche binde, sei sie auch für die Tierhaltung gut geeignet. Wilhelm Jäger verweist auf eine Vielzahl von Studien, die die Vorteile von Pflanzenkohle aufzeigen. All diese Informationen hat er im Internet zusammengestellt (www.pflanzenkohlejaeger.de).

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Quelle:
Ausgabe: Westfälische Nachrichten, Lokalteil Nottuln, vom 11.1.2014.
Text und Foto:  Ludger Warnke

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